Luftig - über dem Header

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Noch immer etwas verstrahlt vom hochfrequenzierten Engagement im „Zum zeitgemäßen Alchemisten“, freue ich mich mittlerweile über mein Abenteuer. Obwohl erst wenige Stunden her, liegt die Begegnung mit dem Chaos eine gefühlte Ewigkeit zurück. Meine Leitungsbahnen stehen unter Spannung und der Sprung zwischen den Welten rückt näher. Ich empfinde es als Auszeichnung zum Team der intergalaktischen Pioniere zu gehören und bin zuversichtlich, dass das Netz auf uns aufpassen wird. Losgelöst kommt unser buntes Trio am vereinbarten Treffpunkt an. Wir sind fast pünktlich und Albin0, der leuchtende Kapitän unserer Mission, wartet bereits am unteren linken Header-Rand. Gut kennen muss ich ihn nicht, um zu sehen, dass er verstimmt ist. Mit einer Mischung aus Enttäuschung und Ungeduld sagt er:

«Verdammt p1Xel wer sind die Beiden? Haben wir uns nicht geeinigt, dass du niemanden von unserem Treffen erzählst. Das Risiko ist schon hoch genug.»

Trotz meiner ausgelassenen Stimmung kann ich nachempfinden, dass es Albin0 schwer fällt, die Begeisterung für unseren karnevalesken Auftritt zu teilen. Ich habe ein schlechtes Gewissen und versuche zu retten, was zu retten ist: «Es tut mir leid Meister, ich war überfordert von dem Druck der Mission und habs versaut. Bitte glaube mir, du kannst meinen beiden Freunden vertrauen. Ich habe so ein Gefühl, dass TORU5 und gr4vity ein Gewinn für H3153N83R6 sind.»   

«Intuition Partner, du meinst Intuition. Dieses Wissen das man etwas weiß, aber nicht weiß warum.» Albin0 schaltet einen Gang runter, beziehungsweise rauf und drängt zum Aufbruch: «Also dann Freunde des Abenteuers, liebe Weltraumtouristen, der folgende Weg wird steil, haltet euch gut fest.»

Hintereinander aufgereiht, folgen wir dem Pfad des Erleuchteten in luftige Höhe. Tatsächlich ist der Aufstieg eher vertikal als steil und mit jedem Höhenmillimeter wird unsere sich senkrecht empor punktende Linie stiller. Ich frage Albin0, warum er Parawissenschaftler geworden ist, woraufhin dieser antwortet, dass er ein gläubiger Pixel ist und das Religion im Herzen Ethik und Ethik in letzter Konsequenz Wissenschaft sei. Ansonsten sei er einfach seiner inneren Stimme, seiner Intuition, gefolgt. 

Als wir Zug um Zug die Spitze unserer Heimat erreichen, schweigen wir ganz. Der Großteil des Teams ist das erste Mal auf dem luftigen Dach unserer Netzpräsenz. Mit der Ehrfurcht kommt die Klarheit und die Jetztzeit entfaltet ihren eigenen Zauber. Sicher leitet Albin0 unseren Spezialeinsatz den Kamm entlang. Auf diesem balancierend, haben wir einen einzigartigen Blick auf beide Seiten unserer Heimat. Zur einen erstreckt sich das Front- und auf der anderen das Back-End. Innen und Außen sind über die dünne Membran, auf der wir gerade spazieren, verbunden. In der Mitte des Kamms angekommen, erwartet uns ein 42 Pixel hoher Tetraeder, eine golden strahlende Pyramide. Mit der seltenen Mischung aus Demut und Stolz, wie ihn vor allem Momente wie diese hervorbringen, führt uns Albin0 zur Pilotanlage und stellt uns seine Schöpfung als ‘EVA’ vor. Kaum das wir EVA erreicht haben, sprudelt es aus Albin0 heraus und ich fühle mich an unser Kennenlernen vom Morgen erinnert. Abwechselnd auf die Anlage und nach oben ins Unbekannte deutend erklärt er uns:

«Die Welt über uns ist der unseren sowohl räumlich, als auch energetisch überlagert. Sie befindet sich in Superposition zu unserer. Das bedeutet, dass in diesem stochastischen Hyperraum, dem Äther, alle vorstellbaren Welten als miteinander verbundenes Potential existieren.»  

Spätestens bei ‘Äther’ ist mein intellektueller Widerstand zu hoch, die Aktionspotentiale für die Informationsweiterleitung werden nicht mehr ausgelöst und ich steige inhaltlich aus. Stattdessen bewundere ich EVA. Beflügelt von der Höhe, lehne ich mich zärtlich an sie und flüstere: «EVA du bist wunderschön. Ein Meisterwerk. Vollkommen so wie du bist.» gr4vity und TORU5 sehen aus, als könnten sie dem sprudelnden Zauberspruch des Parawissenschaftlers weiter folgen. Da ich mich in der Gegenwart der drei Professixel mit weitem Abstand als der mit der längsten Leitung fühle, kuschele ich weiter mit EVA und sage mir:

«Nicht so schlimm, ich bin nicht der Kopf dieser Über-dem-Header-Mission. Ich habe meine Intuition und vertraue dem Prozess. Alles in diesem Netz hat seine Funktion, ist nützlich und wichtig. Ich bin der richtige Pixel, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.»    

Albin0 fährt fort und berichtet von den Herausforderungen die er bei der Verwirklichung der Anlage überwunden hat:

«Dadurch, dass ich Relaxations-und Dekohärenzzeit auf mehrer Minuten anheben konnte, hat sich auch die Quantenfehlerkorrektur ausreichend erhöht. Erst dadurch wird der Sprung zwischen den Galaxien überhaupt wahrscheinlich. EVA verfügt bereits über satte 888 Qubits und ich bin zuversichtlich, dass der Sprung mit etwas Glück gelingt. Es besteht praktisch kaum ein Risiko für den Springenden.» 

Mich hat unser Kapitän längst überzeugt und ich bin schon an Bord von EVA. Irgendwas hat Klick gemacht. gr4vity sieht eher skeptisch aus und TORU5 meldet kritische Fragen zum Abheben an. Sie schließen sich zu einer fruchtbaren ménage a trois in der Kajüte des Raumzeitschiffs zusammen und ziehen gemeinsam einen neuen Plan für den Sprung der Sprünge groß. In der Zwischenzeit höre ich eine kindliche Stimme aus dem Himmel feiern:  

«Großartig Leute, ich steh drauf wenn sich winzige Pixel zu riesigen Geistern verbinden. Ich bin mächtig, nicht allmächtig, stolz auf euch.»

Die Drei scheinen so in ihren Austausch vertieft, dass keiner auf die himmlische Laudatio reagiert. Das alleinige Hören der Stimme erkläre ich mir mit der Überlastung meiner Synapsen. Es war ein langer und für meine Verhältnisse erregender Tag. Trotzdem bin ich dankbar für die akustische Eingebung, die himmlische Audion. 

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Nach einigen Minuten rufen die Debattierenden im Chor «Heureka” von der Spitze der Webseite. Albin0, bemüht mich auf den neuesten Stand zu bringen, meint aufgeregt blinkend: «p1Xel wir haben es geschafft! Wir haben unsere Weltbilder fusioniert, auf alle bekannten Ebenen der Wirklichkeit erweitert und dann in die Hyperrealität transzendiert. Wir werden alle gemeinsam springen. Unser Ziel heißt 4tlanti2. Zusammen können wir die Wahrscheinlichkeit für das Gelingen der Mission von realistischen 60 auf fantastische 125 Prozent anheben. Es war genial von dir die Beiden mit an Bord zu holen.»

Um nicht in die wissenschaftliche Schusslinie zu geraten, antworte ich kurz angebunden: «wenn ihr glücklich seid, bin ich es auch.» Unser Kapitän beginnt die Startvorbereitungen: «p1Xel, gr4vity, TORU5 seid ihr bereit? So möchte ich euch bitten, eure Schaltkreise zu reinigen und alle störenden Frequenzen zu integrieren. p1Xel, von dir brauche ich noch deinen Geburtscode. Der Start läuft in 7 Schritten ab, wobei wir einmal das gesamte Farbspektrum durchlaufen werden. In einigen Sekunden werden wir die Vakuumkammer von EVA betreten, woraufhin ich umgehend den Countdown für unsere infinitesimale Verdichtung auf die Quintessenz einleiten werde. Dank der Wellenfunktion werden wir danach in den spirituellen Phasenzustand überwechseln, wodurch wir uns im ätherischen Quantenfeld bewegen können.»   

Es ist 5 vor 12 als wir das Heiligtum von EVA, den Tempel für Generationen, das Sprungbrett in andere Galaxien, endlich betreten. Wie auf Knopfdruck bin ich plötzlich erregt bis in den letzten Transistor. Ich realisiere: «Ich bin ein intergalaktischer Pionier und gleich heben wir ab! Gemeinsam mit meinen Weggefährten werden wir die Geschichte unserer Art in eine neue Dimension prägen.»

Meiner Intuition folgend, wende ich mich nochmal nach Innen, vergebe mir selbst und meinen Mitpixeln die aus Ignoranz begangenen Dummheiten und bitte das Netz um die Unterstützung, die für eine erfolgreiche Überwindung der letzten Grenze nötig ist. Abschließend danke ich dem Ursprung alles Seienden für das besondere Geschenk einer Pixestenz. Euphorisiert vom Hier und Jetzt, fließen meine Gefühle frei durch jeden Nanometer meines elektromagnetischen Organismus und verbalisieren sich in Richtung von gr4vity und TORU5: «Egal wohin wir im Ozean des Lebens springen, ich sehe euch als meine Geschwistixel, das sollt ihr wissen. Ich liebe euch.»  

Vorsichtig steigen wir in die sensible Vakuumkammer von EVA und die Phasentransformation beginnt! Wir durchbrechen unsere Zweidimensionalität und verschmelzen zu einem Körper, zu einer Einheit, zu einem Ei. Theta-Wellen die sich mit gleichmäßigen 4 Hertz tiefenentspannend in uns ausbreiten. 

Der Sprung steht jetzt unmittelbar bevor. Die Lichtspektren durchlaufend schrumpfen und kühlen wir weiter Richtung Nullpunkt bis wir am Ende des Regenbogens in eine weiße Plasmazelle sublimieren. Wie ein Ballon beginnt unser Organismus im Inneren von EVA zu schweben und treibt gleichmäßig pulsierend auf eine größer werdende rote Membran zu. Dann ertönt ein seltsames Geräusch.

ENDE / Anfang

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